Frau Käßhöfer, welche kleinen Veränderungen können eine große Entlastung im Pflegealltag bringen?
CK: „In vielen Fällen sind es überraschend kleine Veränderungen, die den Alltag spürbar erleichtern: ein Hausnotrufsystem, das Sicherheit im Notfall gibt, der alters- oder behindertengerechte Umbau des Zuhauses, ein Rollator, der den Weg zum Supermarkt oder im Haushalt vereinfacht. Ein wichtiger erster Schritt kann es sein, Teppiche und andere Stolperfallen im Haus wegzuräumen. Tägliche Abläufe im Pflegealltag gut zu organisieren, z. B. Tabletten in Tablettenboxen vorzusortieren, Arztrezepte und Medikamentenbestellungen online zu standardisieren, spart Zeit.“
„Das Ziel guter Pflege liegt darin, die Gesundheit und Selbstständigkeit des Gepflegten so lange wie möglich zu bewahren, insbesondere in den eigenen vier Wänden“, weiß Christina Käßhöfer. Das Hausnotrufsystem von Vitakt schenkt die Sicherheit, jederzeit per Knopfdruck verlässliche Hilfe zu erreichen, und unterstützt damit ein längeres selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause.
Wie kann man den Pflegealltag organisieren, ohne selbst unterzugehen?
CK: „Wir als Gemeinschaft der pflegenden Privatpersonen müssen uns gegenseitig unterstützen. Meine wichtigste Erkenntnis aus über 20 Jahren Sorge- und Pflegearbeit ist, dass ein Entlastungsnetzwerk unglaublich wertvoll ist. Es sollte besprochen werden, wer innerhalb der Familie und aus dem Freundeskreis eingebunden werden will und welche Aufgaben übernehmen kann. Gerade für Alleinstehende können Ehrenamtliche, Senioren- und Alltagsbegleiter, die Nachbarschaftshilfe oder Tagespflegeeinrichtungen eine wichtige Unterstützung sein. Zudem ist Struktur wichtig, bspw. indem man alle wichtigen und rechtlichen Dokumente in Pflege-Apps ablegt, auf die alle Familienmitglieder Zugriff haben.“
Diesen Service bietet die Vitakt-App 2.0. Sie vereinfacht die Alltagsorganisation und Kommunikation der an der Pflege beteiligten Personen. So können wichtige Unterlagen des Angehörigen abgespeichert, Termine und To-dos strukturiert und Aufgaben verteilt werden. Zudem kann das Vitakt-Hausnotrufsystem in die App eingebunden werden, sodass Meldungen des Notrufknopfes direkt auch das Unterstützungsnetzwerk erreichen. So macht die App aus Einzelnen ein Team, bietet Lösungen im Alltag und schafft emotionale Erleichterung.
Welche Rolle spielen Netzwerke für die Pflege?
CK: „Familie, Freunde, Nachbarn, professionelle Alltagsbegleiter und Pflegeteams können ein wichtiges Netzwerk bilden, das im Pflegealltag Aufgaben auffängt und Entlastung schafft. Dabei geht es nicht nur um Grundpflege und große Aufgaben, sondern oft um kleine Unterstützungen wie Einkäufe, um gemeinsame Freizeitbeschäftigung oder einen Augenblick Leichtigkeit. Gerade für Menschen, die alleine leben und pflegebedürftig sind, sind sozialer Austausch und Beziehungen sehr wichtig für den Erhalt der mentalen Gesundheit.“
Genau aus diesem Grund versteht sich Vitakt nicht bloß als Sicherheitskontakt bei reinen Notfällen, sondern als alltäglicher Begleiter, der auch bei verschiedenen Herausforderungen des Alltags verlässlich erreichbar ist und je nach Art der Meldung die entsprechenden Personen aus den hinterlegten Kontakten – Familienangehörige, Pflegedienst, Nachbarn, örtlicher Rettungsdienst – benachrichtigt.
Wenn Sie pflegenden Angehörigen einen einzigen Rat geben dürften – welcher wäre das?
CK: „Mein wichtigster Rat ist, sich selbst und die eigenen Grenzen genauso ernst zu nehmen wie die Bedürfnisse des Menschen, den man pflegt. Fürsorge und Selbstfürsorge müssen Hand in Hand gehen. Pflege ist zumeist kein Sprint, sondern ein Marathon – und dieser Weg wird leichter, wenn man ihn nicht allein gehen muss.“
1 https://www.dza.de/detailansicht/angehoerigenpflege-zentrale-stuetze-des-deutschen-pflegesystems