Laut Sucht Schweiz haben 6,2 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren mindestens einmal Kokain konsumiert, rund ein Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Rund 80 Prozent der Personen mit Kokainkonsum im vergangenen Jahr sind erwerbstätig, 71,3 Prozent leben im städtischen Raum. Auch die Abwasserdaten zeigen seit 2012 einen langfristigen Anstieg: Zürich und Lausanne bewegen sich bei der Kokainbelastung im europäischen Vergleich auf hohem Niveau. Bei THE BALANCE gingen zwischen 1. Januar und 5. Oktober 2026 insgesamt 50 Anfragen aus der Schweiz ein – 47 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Mehr als die Hälfte der Anfragenden, deren Alter erfasst wurde, ist zwischen 35 und 54 Jahre alt. „Kokain kann zunächst als Mittel erscheinen, um leistungsfähig zu bleiben, Müdigkeit zu überwinden oder mit Druck umzugehen“, so Boulad. Für THE BALANCE ist deshalb nicht nur entscheidend, wie häufig konsumiert wird, sondern welche Funktion die Substanz im Alltag übernimmt.
Wenn Konsum zum Mittel wird, um weiter zu funktionieren
Gerade bei beruflich stark eingebundenen Menschen kann problematischer Konsum lange unbemerkt bleiben, solange Arbeit, Beziehungen und Alltag nach außen stabil wirken. Bei THE BALANCE beziehen sich 36 Prozent der erfassten Anfragen von Männern und 18 Prozent der Anfragen von Frauen auf Sucht oder Substanzkonsum. „In der Behandlung geht es selten nur um die Substanz selbst“, sagt Boulad. „Entscheidend ist, was hinter dem Konsum steht: Leistungsdruck, chronischer Stress, psychische Belastungen oder der Versuch, bestimmte Gefühle zu regulieren.“ Besonders besorgniserregend ist aus Sicht des Expertenteams, dass Kokainkonsum auch bei männlichen Jugendlichen unter 18 Jahren zunehmend zum Thema wird – insbesondere in wohlhabenden, leistungsorientierten Familien. Experten sehen hier die Gefahr, dass hoher Erwartungsdruck und ein leichter Zugang zur Substanz problematische Konsummuster bereits in jungen Jahren begünstigen.
Behandlung muss über die Substanz hinausgehen
Bei problematischem Kokainkonsum greift es aus Sicht von THE BALANCE zu kurz, ausschließlich den Konsum selbst zu behandeln. Entscheidend ist eine umfassende medizinische, psychiatrische und psychotherapeutische Einschätzung, um damit einhergehende Belastungen und mögliche Begleiterkrankungen zu erkennen. Dazu können etwa Schlafstörungen, Angst, depressive Symptome, Trauma oder chronischer Stress gehören.
Auf dieser Grundlage entwickelt THE BALANCE für jeden Klienten einen individuellen Behandlungsplan. Ziel ist es, nicht nur den Substanzkonsum zu reduzieren oder zu beenden, sondern auch die Faktoren zu bearbeiten, die ihn aufrechterhalten. Die stationäre Behandlung wird durch eine personalisierte Nachsorge ergänzt, um Veränderungen langfristig in den Alltag zu übertragen.
THE BALANCE ist Teil einer erweiterten Gruppe spezialisierter Programme für unterschiedliche Bedürfnisse und Versorgungsformen. COGNIFUL bietet auf Mallorca personalisierte stationäre Behandlung in einer kleinen therapeutischen Wohngemeinschaft. SENSES richtet sich auf Mallorca und in Zürich an medizinisch stabile Erwachsene, die keine stationäre Behandlung benötigen, und verbindet medizinische Diagnostik und Prävention mit Ernährung, Bewegung, Schlaf, Regeneration und nachhaltiger Leistungsfähigkeit.
Weitere Informationen zum Unternehmen und zu den Behandlungsmöglichkeiten finden sich unter www.thebalance.clinic/de/.
*Quellen: Sucht Schweiz, EUDA.