„Das große Problem ist die weitgehend unkritische Auseinandersetzung mit Alkohol in der deutschen Gesellschaft“, so Boulad weiter, „die Droge ist sozial legitimiert, man muss sich eher als Abstinent rechtfertigen.“ Bei THE BALANCE zeigen sich alkoholbezogene Schwierigkeiten häufig in Zusammenhang mit Angststörungen und Depressionen, Burn-out oder chronischer Stressbelastung, Traumafolgen, Schlafstörungen sowie mit dem Konsum weiterer Substanzen. Der Alkoholkonsum wird daher als Bestandteil eines umfassenderen klinischen Gesamtbilds beurteilt und nicht isoliert behandelt. THE BALANCE ist auf komplexere medizinische und psychologische Fälle spezialisiert. „Eine rein substanzbasierte Abhängigkeit – wenn es sie überhaupt gibt – haben wir noch nie behandelt, sondern wir sehen bei all unseren Patienten, dass der Alkoholmissbrauch nur das Symptom eines größeren psychologischen Problems oder Traumas ist. Die eigentliche körperliche Abhängigkeit kann man in wenigen Wochen in den Griff bekommen, die psychische Abhängigkeit ist das komplexere Phänomen und erfordert häufig eine intensive Betreuung über einen längeren Zeitraum – gerade weil Alkoholkonsum so omnipräsent ist“, berichtet Boulad. Die Behandlung bei THE BALANCE zielt deshalb vor allem auf langfristige Stabilität, Rückfallprophylaxe und belastbare Selbstregulation. Patienten werden über den eigentlichen stationären Aufenthalt hinaus in einem Nachsorgeprogramm weiter begleitet.
Der Schweizer Gründer der Klinik erzählt weiter: „Noch eine Statistik ist interessant. In rund 34 % unserer suchtbezogenen Anfragen spielt Alkohol eine Rolle. Bei etwa einem Viertel der Alkohol-Anfragen wird bereits beim Erstkontakt mindestens eine weitere Substanz genannt. Bei der späteren umfassenden klinischen Einschätzung kann dieser Anteil höher liegen.** Der Alkohol ist also oft nur ein Begleiter, der aber selbst für große Gesundheitsgefahren sorgt, gerade durch seine teilweise unbekannten Wechselwirkungen mit anderen psychoaktiven Substanzen. Dieser Trend ist wirklich bedenklich, Alkohol wird oft gar nicht als echte Droge wahrgenommen. Gerade in Ländern wie Deutschland und der Schweiz sowie in Teilen des Balkans. Dem versuchen wir entgegenzuwirken.“
**Quelle der klinikinternen Angaben: anonymisierte Anfragedaten von THE BALANCE aus den Jahren 2022 bis 2026. Die Daten sind nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.
Weitere Informationen zum Unternehmen und zu den Behandlungsmöglichkeiten finden sich unter www.thebalance.clinic/de/.